Stadtleitbild

Hier pdf(Sonderdruck der Zeitung des Hess. Städte- und Gemeindebundes) lesen Sie, wie ein Leitbild entsteht

Dokumentation der Bürgerbefragung:  

pdfGrafikband der Bürgerbefragung
pdfKurzzusammenfassung des Ergebnisses der Bürgerbefragen
pdfZwischenbericht der Paten des Stadtleitbildprozesses 2010
pdfZwischenbericht Sommer 2012


Chronik des Stadtleitbildes
Die Stadtverordnetenversammlung hat im September 2007 einstimmig beschlossen, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Stadtleitbild zu erarbeiten, das Dieburg fit für die Zukunft macht. Dieburg möchte sich dem zunehmenden Wettbewerb der Städte um Investoren, Unternehmen und qualifizierte Arbeitskräfte mit einem gestärkten Image stellen. Wir wollen dafür sorgen, dass Dieburg weiterhin liebenswert bleibt und möchten uns auch bei Veränderungen durch Globalisierung, neue Technologien und demografischem Wandel weiterhin "zu Hause im Leben" fühlen.
Die Erstellung eines Stadtkonzeption erfordert eine professionelle Begleitung und Moderation. Hier hat sich die Stadtverordnetenversammlung für Frau Professor Dr. Ursula Funke und ihr Team entschieden, die über viel Erfahrung in der Erarbeitung von Stadtkonzeptionen (in kleineren Städten wir Hofheim am Taunus, Raunheim, Ober-Ramstadt und größeren wie Mainz, Hildesheim, Solingen, Speyer, Koblenz und Wolfsburg) verfügt. Eine Stadtkonzeption umfasst alle wesentlichen Aspekte einer Stadt: ihre Einbindung in die Region, ihre Vision für die Zukunft, ihre Ziele, Strategien und Maßnahmen für die einzelnen Aktivitätenfelder. Folglich hat eine Stadtkonzeption eine normative Ebene (mit dem Stadtleitbild und den Oberzielen), eine strategische Ebene (mit den aus dem Leitbild abgeleiteten Zielen und Strategien für die verschiedenen Handlungsfelder) und eine operative Ebene (mit den zur Umsetzung notwendigen Maßnahmen). Die Stadtkonzeption ist kein Gutachten, sondern ein Aktionsplan, der mit allen relevanten Bevölkerungsgruppen partnerschaftlich entwickelt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Schwerpunkte der Stadtkonzeption sind das Stadtleitbild mit Stärken und Schwächen, Zielen und Strategien, die Leitprojekte und der Maßnahmenkatalog sowie das Marketingkonzept.

September 2007: Der Startschuss fällt
Nach einer Grundsatzentscheidung der Stadtverordnetenversammlung wird der Magistrat im September 2007 ermächtigt, das Projektteam von Frau Prof. Dr. Ursula Funke mit der Durchführung einer Bürgerbefragung sowie der Begleitung des Stadtleitbildprozesses in Dieburg zu beauftragen.

November 2007: Durchführung der repräsentativen Bürgerbefragung
Im November 2007 findet die persönliche Befragung eines repräsentativen Querschnitts der Einwohner statt, das heißt, die befragten Personen werden gemäß der soziodemografischen Struktur von Dieburg ausgewählt. Die Interviews werden von Frauen und Männern durchgeführt, die sich zu dieser Gemeinschaftsarbeit bereit erklärten; sie werden speziell für die Befragung geschult. 538 Bewohnerinnen und Bewohner Dieburgs werden anhand eines strukturierten Fragebogens persönlich (face-to-face) zum Image und zur Lebensqualität in Dieburg befragt.

27. Februar 2008: Auftaktveranstaltung der Stadtkonzeption
Im Rahmen der gut besuchten Auftaktveranstaltung für die Stadtkonzeption, die am 27. Februar 2008 in der Ludwigshall in Dieburg stattfindet, werden die Ergebnisse der repräsentativen Bürgerbefragung vorgestellt. Als Ergebnisse werden z. B. die spontanen Assoziationen zu Dieburg, die Einschätzung der Einkaufsmöglichkeiten, die „Bewertung" der Stadtverwaltung sowie die größten Wünsche an den Bürgermeister präsentiert. Hier werden auch erstmals die vier Arbeitsgruppen sowie der Ablauf der Stadtleitbildentwicklung vorgestellt.

April bis Juni 2008: Arbeitsgruppensitzungen
Von April bis Juni 2008 erarbeiten die vier Arbeitsgruppen Stärken und Schwächen Dieburgs und formulierten Ziele für die Zukunft. Zudem erstellen sie einen Maßnahmenkatalog, der als Orientierungshilfe für die Umsetzung der jeweiligen Ziele dient. Im Anschluss daran tagen die so genannten Koordinierungs- und Steuerungsgruppen, die aus den vier Leitbildern der einzelnen Arbeitsgruppen ein gemeinsames Stadtleitbild für Dieburg zusammenfassen. So ist sicher gestellt, dass das Leitbild widerspruchsfrei und konsensfähig ist.

Sommer 2008
Die Arbeitsgruppensitzungen und die Sitzungen der Koordinierungs- und der Steuerungsgruppe sind abgeschlossen. Nach 170 Stunden Arbeitskreissitzungen, 21 Kästen Wasser und vielen Schokoriegeln ist das Stadtleitbild  so gut wie fertig gestellt. In einer letzten Sitzung am Dienstag stimmt die Steuerungsgruppe die Ergebnisse der vier Arbeitsgruppen ab. Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der einzelnen Arbeitsgruppen, Mitglieder der Politik und Verwaltung, Meinungsbildner und Bürger haben daraus das Stadtleitbild erarbeitet. In den letzten Monaten haben 152 Dieburger und Dieburgerinnen am Stadtleitbildprozess mitgewirkt. Das Stadtleitbild führt nun schwarz auf weiß auf, welche Stärken und Schwächen Dieburg bei den Themen Wirtschaft, Einzelhandel, Verkehr, Wohnen, Umwelt, Stadtgestaltung, Bildung, Kultur, Tourismus, Soziales, Integration, Gesundheit, Freizeit und Sport aufzuweisen hat. Und nicht nur das, denn 68 konkrete Ziele haben die Arbeitsgruppen erarbeitet, wie man Dieburg beispielweise touristisch attraktiver, familienfreundlicher oder interessanter für Investoren macht. Hinter diesen Zielen stehen, in einem Maßnahmenkatalog zusammengefasst und mit Prioritäten versehen, rund 800 Strategien und Maßnahmen, wie man diese Ziele erreichen kann. Die Maßnahmen mit besonders hoher Priorität werden zu Leitprojekten, um deren Umsetzung sich Paten (Bürgerinnen und Bürger) besonders kümmern. 

Dezember 2008
Das Stadtleitbild wird in der Bürgerversammlung am 3.12.2008 vorgestellt und als Druck ausgehändigt.
Broschüre Stadtleitbild Dieburg

Die Leitprojekte
Aufgrund der Fülle der Projektvorschläge bietet es sich an, eine Auswahl an Themen zu Leitprojekten zu ernennen, die von zentraler Bedeutung für die Entwicklung Dieburgs sind. Diese Leitprojekte sollen unter Einbeziehung von Engagement und Fachwissen von Dieburger Bürgern im Rahmen von Projektgruppen weiter ausgearbeitet werden.

1.       Dieburg zu einer herausgehobenen Stadt für Barrierefreiheit in allen Bereichen machen. Die
          Integration behinderter Menschen fördern.
2.       Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen verbessern.
3.       Den demographischen Wandel berücksichtigen, damit Dieburg auch in Zukunft für älter Menschen
          attraktiv bleibt: Innovative Wohnprojekte schaffen und das Wissen und Erfahrungspotential älterer
          Menschen nutzen.
4.       Dieburgs Attraktivität für junge Familien steigern und den Bedarf an Freizeitangeboten für Kinder   
          und Jugendliche ermitteln und entsprechende Maßnahmen entwickeln.
5.       Dieburg zur fahrradfreundlichsten Stadt in Hessen machen.
6.       Ein Grünkonzept erstellen.
7.       Die Verkehrsbelastung in Dieburg verringern. 
8.       Klimaschutz und Energieeffizienz mittels einer Energieleitplanung für Dieburg umsetzen.
9.       Die Vielfalt und die Qualität der Dieburger Fachgeschäfte überregional und lokal besser bekannt
          machen. Dieburg mit seinen Gewerbeflächen und -immobilien sowie den Hochschulcampus als
          attraktiven Standort für Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen offensiv herausstellen.
10.     Die ärztliche Versorgung und gesundheitliche Dienstleistungen verbessern, z. B. durch ein
          Gesundheitszentrum in Abstimmung mit dem Krankenhaus.
11.     Den Bedarf für ein Sportzentrum ermitteln und die Planung für eine mittelfristige Umsetzung '
          erarbeiten.
12.     Dieburg zu einem beliebten Ziel für Touristen machen und die besondere Historie der Stadt
          herausstellen und nach Außen vermitteln.