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thumb DisplacedpersonsZwischenstationen: Displaced Persons nach 1945
Eine Ausstellung des International Tracing Service (ITS), Bad Arolsen
22.08.2017 bis 22.10.2017 in Museum Schloss Fechenbach

Verdrängt, weggedrückt, heimatvertrieben, obdachlos, entwurzelt aber auch unglaublich lebensfroh und mutig, die Rede ist von „Displaced Persons", kurz DPs. Fast dreizehn Millionen vom NS-Staat verschleppte Ausländer, Fremdarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge wurden 1945 durch alliierte Truppen befreit und nach dem Krieg vergessen. 1946 wurde auch in Dieburg ein Lager in etwa 50 beschlagnahmten Privathäusern, im Konvikt und im Schloss Fechenbach eingerichtet. Der International Tracing Service (ITS), ein Archiv und Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung und die befreiten Überlebenden, hat zu diesem Thema eine Wanderausstellung erarbeitet, die vom 20.08.2017 bis 22.10.2017 im Museum Schloss Fechenbach gezeigt wird. Die Ausstellung lenkt den Blick nicht nur auf die alliierten Strategien im Umgang mit den DPs sondern zeigt insbesondere auch das Schicksal Überlebender und die Realität des Lebens in den DP-Camps. Sie dokumentiert den unbändigen Lebenswillen vieler DPs, den Wunsch nach einem möglichst „normalen“ Leben nach all dem Schrecken. So wurden durch DPs Parteien gegründet, Theater und Orchester gespielt. In manchen DP-Camps war sogar ein regelrechter „Baby-Boom“ zu verzeichnen, wie die Produktion eigener Kinderwägen zeigt. Doch nicht alle schafften den Schritt in ein zweites Leben und die Bewältigung der erlebten Traumata. Mitunter waren unter den alliierten Helfern Antisemitismus und Ressentiments gegenüber den DPs zu beobachten, und es gab als DPs getarnte Kollaborateure, die versuchten, auf diese Art ihren Strafen zu entgehen.
Die facettenreiche Wanderausstellung wird lokalhistorisch ergänzt durch Informationen zum „DP-Lager Dieburg“. Ein wissenschaftlich-pädagogisches Rahmenprogramm wird die Ausstellung ergänzen.
Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 20.08.2017 um 15 Uhr und wird bis zum 22. Oktober zu besichtigen sein. Zur Ausstellung erscheint eine kleine Begleitbroschüre, die im Museumsshop erhältlich ist. Der Museumsbesuch kostet drei Euro. Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre sind frei. Ebenfalls befreit sind Inhaber der Seniorencard A des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Informationen gibt es unter der Rufnummer 06071/2002-460.

Zur Info: Der Begriff Displaced Person (DP; engl. für eine „Person, die nicht an diesem Ort beheimatet ist“) wurde im Zweiten Weltkrieg vom Hauptquartier der alliierten Streitkräfte (SHAEF) geprägt. Damit wurde eine Zivilperson bezeichnet, die sich kriegsbedingt außerhalb ihres Heimatstaates aufhielt und ohne Hilfe nicht zurückkehren oder sich in einem anderen Land neu ansiedeln konnte. Zu den „DPs“ gehörten Zwangsarbeiter, die während des Krieges zur Arbeit in deutschen Betrieben verpflichtet worden waren, ferner Kriegsgefangene, ehemalige Konzentrationslagerhäftlinge und Osteuropäer, die nach Kriegsbeginn entweder freiwillig in Deutschland eine Arbeit aufgenommen hatten oder 1944 vor der sowjetischen Armee geflüchtet waren. Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Displaced_Person

 pdfRahmenprogramm Dieburg

  Displacedpersons

Mädchen in der Dieburger Synagoge, das vor Rabbinern oder Torakundigen einige „Brachot“ (Segenssprüche) aufsagt. Aus dem Besitz von Herbert Hain, der die Bilder 1947 von jüdischen Displaced Persons erhielt.

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