Seit einigen Jahren mehren sich die kritischen Stimmen zu der Gestaltung des Schlossgartenfests. Das früher von den großen Vereinen Dieburgs in einem turnusmäßigen Wechsel ausgerichtete und gestaltete Heimatfest hat seinen Charakter als Fest von Dieburgern für Dieburger und ihre Gäste zunehmend verloren.

Von vielen Menschen wird das alljährlich im Juli stattfindende Fest inzwischen als beliebig und leblos wahrgenommen. Die Stadt Dieburg ist überzeugt davon, dass die Bedingungen des Schloßgartens mit seinem großen Festplatz und dem idyllischen Ambiente auf der Wiese unter altem Baumbestand eigentlich ideale Voraussetzungen für ein besonderes Fest bieten, das sich abhebt von der Vielzahl an Bierfesten in der Region. Auch der Stadtverordnetenversammlung Dieburgs war es schon in den Haushaltsberatungen für das Jahr 2018 ein Anliegen, das Fest neu auszurichten. Bürgermeister Frank Haus erklärt hierzu: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, und da spreche ich sicher vielen Dieburgerinnen und Dieburgern aus dem Herzen, dass das Fest in seiner derzeitigen Konzeption keine Zukunft mehr hat. Gerade während des diesjährigen Fests sind viele Menschen auf mich zugekommen und haben sich nicht nur kritisch geäußert, sondern angeboten an einer Neuausrichtung unseres Schloßgartenfests konstruktiv mitgestalten zu wollen. Der Magistrat hat sich daher auf meinen Vorschlag hin einstimmig dafür ausgesprochen, den mit der Festwirtin bestehenden Vertrag zu beenden.“ Bestärkt hat die schnell erfolgte Beschlussfassung durch den Magistrat, dass insbesondere in diesem Jahr die unterschiedliche Auffassung zwischen der Stadt Dieburg und der Festwirtin über die Qualität des Service und des Angebots mehr als deutlich hervorgetreten ist. Im Rahmen eines gemeinsamen Gesprächs wurde dies durch den Bürgermeister gegenüber der Festwirtin klar formuliert. Hierzu noch einmal Frank Haus: „Mit dem von uns forcierten attraktiv gestalteten Musikprogramm am Freitagabend haben wir an sich einen gelungenen Auftakt des Fests bewirkt. Diese positive Tendenz konnte aber an den Folgetagen nicht bestätigt werden. Es geht uns darum, kurzfristig ein deutliches Zeichen für einen Neuanfang des Schloßgartenfests zu setzen, um möglichst viele interessierte Mitstreiter, denen das Fest wirklich am Herzen liegt, für die Zukunft zu gewinnen. Ich halte die getroffene Entscheidung zu einhundert Prozent für richtig. Dieburg hat ein besseres Fest verdient.“ Nach dem gültigen Vertrag fände im kommenden Jahr letztmals eine Bewirtung durch den Festbetrieb Hamel-Zelt statt. Ob eine vorzeitige Beendigung erfolgen kann, hierüber wird gerade verhandelt. Schon in den kommenden Tagen wird die Stadt Dieburg mit den Planungen für die Zukunft beginnen und hierzu an Interessierte herantreten. Es gilt hierbei insbesondere zu klären, wie die Dieburger Vereine künftig mit einem personell stemmbaren Einsatz das Fest qualitativ aufwerten und wieder individueller gestalten können.

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