Eine Sonderausstellung im Museum Schloss Fechenbach, Dieburg
Überall stehen Schneiderpuppen, Kästchen mit Spangen und Perlen, Wäscheständer und Deko-Materialien. Was aussieht wie die Vorbereitungen für eine Modeschau von vor 100 Jahren, sind die Vorbereitungen für die neue Sonderausstellung von Museum Schloss Fechenbach unter dem Titel „Spitze ist Spitze – die zarte Verführung der Mode“.

Am Sonntag, 24. März 2019, um 16 Uhr eröffnet Museum Schloss Fechenbach seine Schau mit einem Überblick über die „Spitzenmode“ verschiedener Epochen.
Seit ihrem Aufkommen in der Renaissance ist Spitze ein Zeichen für Luxus, Stil und Eleganz und seitdem aus der Mode nicht mehr wegzudenken.
Die ersten Nadelspitzen wurden im 15. Jahrhundert in Norditalien gefertigt und erlangten schnell große Beliebtheit. Um 1700 löste die preisgünstigere Klöppelspitze die Nadelspitze ab. Diese handgefertigten Kunstwerke konnten sich nur Adel und Klerus leisten. Während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstand die erste Maschinenspitze. Dies veränderte die Wertigkeit der Spitze grundlegend und das frühere Luxusgut wurde zu einem erschwinglichen Modeaccessoire. Alle Spitzensorten werden heute maschinell gefertigt. Handgearbeitete Spitzen findet man nur noch in der Haute Couture. Auch die Materialien haben sich geändert. Waren Spitzen früher aus feinem Leinen, Seide und manchmal sogar aus echten Gold- oder Silber-Zwirnen, so werden sie heute auch aus Baumwolle, Polyester und Mischgeweben hergestellt.
Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Spitze in der Damenmode so gefragt wie lange nicht. Verzierungen an Brautkleidern, Abendmode und der Alltagskleidung sowie an Dessous sind aus Spitze.
Die Ausstellung gibt einen Überblick über die „Spitzenmode“ in verschiedenen Zeiten und über die unterschiedlichen Spitzenarten anhand von Bildern, historischen Fotos, Kleidungsstücken und Spitzen-Accessoires.
Bestände des Museums, der Sammlung Liselotte Martenczuk, Dieburg und weitere Leihgaben bieten einen anschaulichen Überblick über verschiedene Modestile. Gezeigt werden unter anderem Objekte wie Barben (Schulter- und Kopfumhang) oder Hauben, die mehrfach in zeitgenössischen Fachzeitschriften publiziert wurden.
Ein besonderes Ausstellungsstück ist das Ausgehkleid der Baroness Jella von Fechenbach, der letzten Bewohnerin des gleichnamigen Schlosses.

 

Begleitprogramm:
Sonntag, 07.04.2019, 11 Uhr: Matinéeführung
Mittwoch, 24.04.2019, 18 Uhr: Erlebnisabend: Kräutergeschichten: Spitzen mit Pflanzenmotiven
Blaufärbertage 2019
Sonntag, 14.04., 21.04., 28.04.2019: jeweils von 14 bis 17 Uhr Handwerksdemonstrationen sowie Schauklöppeln
Internationaler Museumstag
19.05. 2019, 11 bis 17 Uhr
Am Nachmittag: Finissage „Das ist Spitze“: Spitzenklöppeln im Museum
Dauer der Ausstellung: Dienstag, 26.03. bis Sonntag, 19.05 2019
Eintritt: 3 Euro
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre haben freien Eintritt

Weitere Informationen unter:
Museum Schloss Fechenbach
Eulengasse 8
64807 Dieburg
Tel.: 06071/2002 460
info@museum-schloss-fechenbach.de
www.museum-schloss-fechenbach.de
Öffnungszeiten: Dienstag-Samstag 14-17 Uhr
Sonn- und Feiertage 11-17 Uhr

 

  • Ausgehkleid der Baroness Jella von Fechenbach (3)
  • Ausstellungsaufbau 1k
  • Ausstellungsaufbau 2k
  • Ausstellungsaufbau 3k
  • Entwurf Hans Christansen

 Bilder: Liselotte Martenczuk sowie Stadt Dieburg

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