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Die dramatischen Hochwasserereignisse aus dem Juli, die insbesondere in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu schlimmen Folgen geführt haben, waren Anlass dafür, dass auf der von der Stadt Dieburg bereitgestellten Ideenplattform eine Idee zur Verbesserung des Hochwasserschutzes platziert wurde.

Der Ideenersteller, der Dieburger Peter Löwenstein, hatte mit dem Hinweis auf die grundsätzlich hochwassergefährdete Lage der Stadt an der Gersprenz die Forderung formuliert, „durch eigene Maßnahmen das Schadensrisiko Dieburgs durch Hochwasser- und Starkregenereignisse mit fachlicher Unterstützung des Landes und der Hochschuleinrichtungen so bald wie möglich detailliert bis hinunter auf alle Straßen neu bewerten zu lassen und das Ergebnis ungekürzt zu veröffentlichen“. Auf der im Jahr 2018 eingeführten Ideenplattform, die über die Webseite der Stadt www.dieburg.de zu erreichen ist, können Bürgerinnen und Bürger Ideen einbringen und sich mit Vorschlägen und Anregungen im allgemeinen Interesse an die Stadt wenden. Hierbei sind Vorschläge und Anregungen zu allen Bereichen willkommen, die im Zuständigkeitsbereich der Stadt Dieburg liegen. Teilnehmen können alle Dieburger Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren. Der Magistrat oder die Stadtverordnetenversammlung befasst sich mit jedem Vorschlag, der von mindestens 50 Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt Dieburg unterstützt wird. Die Stadtverwaltung hat, sogar noch bevor aller erforderlichen Unterstützerstimmen vorlagen, wegen der Wichtigkeit des Themas und der Neufestlegung von Überschwemmungsgebieten die Idee Peter Löwensteins aufgegriffen und dem Magistrat in einer Vorlage empfohlen, ein Fachbüro mit der Erstellung eines Hochwasserrisiko-Managementplans zu beauftragen und hierfür entsprechende Haushaltsmittel im kommenden Jahr 2022 einzuplanen. Dieser Empfehlung ist der Magistrat in seiner Sitzung vom letzten Montag gefolgt und hat einstimmig den Weg für dieses wichtige Vorhaben frei gemacht. Hierzu Bürgermeister Frank Haus: „Wir sehen es in Anbetracht der häufiger werdenden und sich verstärkenden Unwetterereignisse als unverzichtbar an, auch für Dieburg Pläne zu entwickeln und Maßnahmen zu ergreifen, die dabei helfen, den Eintritt von Schadensereignissen infolge von extremem Hochwasser der Gersprenz in der Stadt überhaupt zu verhindern. Es geht aber auch darum, auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse Katastrophenpläne zu entwickeln und für verschiedene Szenarien das richtige Vorgehen festzulegen, um den Schutz und die Rettung von Menschen und Eigentum sicherzustellen. Die Bürgerinnen und Bürger in Dieburg sollen die Gewissheit haben, dass die Stadt für ihre Sicherheit sorgt.“ Unabhängig hiervon hatte die Stadtverwaltung bereits im Juni mit einer Übung den Auftakt dazu gemacht, die Aufgaben und Tätigkeiten eines städtischen Verwaltungsstabs unter Führung des Bürgermeisters im Krisen- oder Katastrophenfall zu bestimmen und zu trainieren. Der Aufbau dieses Gremiums aus verschiedenen Experten der Stadtverwaltung erfolgt unter der Federführung von Bürgermeister Frank Haus und der Leiterin des Hauptamts, Hariet Wenz. Ziel ist es dabei, durch sorgfältige Vorbereitung im Vorfeld, innerhalb kürzester Zeit Strukturen in Gang setzen zu können, um im Schadensfall unverzüglich handlungsfähig zu sein. Die hierbei denkbaren Schadenslagen sind sehr vielfältig: Beginnend mit einem längeren Stromausfall über die Verunreinigung von Trinkwasser bis hin zu Sturm- und Überschwemmungsschäden und vielen anderen möglichen Unglücken. Bürgermeister Frank Haus erklärt die Hintergründe: „Im Falle eines Unglücks kommt es häufig auf jede Minute an, um für schnelle Hilfe zu sorgen und die Vergrößerung des Schadens zu verhindern. Da bleibt keine Zeit, mühsam einen Apparat aufzubauen. Die Pläne müssen in der Schublade liegen und jederzeit greifbar sein. Nur so ist ein effektives Schadensmanagement möglich. Zusammen mit den Fachleuten aus unserem Haus, aber auch aus anderen Bereichen, wie etwa dem Brand- und Katastrophenschutz, bauen wir ein System auf, in dem jeder weiß, was zu tun und zu. veranlassen ist. Das alles geht nicht von heute auf morgen, aber ich sehe es als meine Verantwortung an, diesen Prozess auf den Weg zu bringen.“