Rattenbefall in der KanalisationDer Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Dieburg kontrolliert das städtische Kanalnetz und führt in regelmäßigen Abständen flächendeckende Bekämpfungsmaßnahmen durch.
Hierzu werden in den Kanalschächten Giftköder ausgelegt, die einen nach dem Tierschutzgesetz zugelassenen Wirkstoff enthalten. Werden an den Ködern Fraßspuren erkannt, werden an den betreffenden Stellen so lange Köder nachgelegt, bis erkennbar kein Rattenbefall mehr vorliegt.
Neben der flächendeckenden Bekämpfung werden auch Einzelmeldungen aufgegriffen. In diesen Fällen wird kurzfristig eine kleinräumige Bekämpfungsmaßnahme eingeleitet. Allerdings verbleibt die Bekämpfung auf den Grundstücken und in den dortigen Kanälen die Aufgabe der jeweiligen Grundstückseigentümer.
Ziel der Rattenbekämpfung ist es, die "Rattenbevölkerung" zu begrenzen – eine Ausrottung ist kaum möglich und nicht notwendig. Bei einem Zusammenwirken der Bekämpfungsmaßnahmen mit einem umsichtigen Verhalten der Bürgerinnen und Bürger stellen Ratten keine Gefahr dar.

Einige Fakten
Ratten gehören zu der Gattung der Nagetiere. Die bekanntesten und weitverbreitetsten Arten weltweit sind die Wanderratten und die Hausratten. Vereinzelte Tiere können eine Kopfrumpflänge zwischen 8 bis 30 Zentimetern erreichen und bis zu 500 Gramm wiegen.
Ratten leben überwiegend in Waldgebieten und vermeiden den Kontakt zum Menschen. Einige Arten jedoch passten sich mit der Zeit an die Nähe des Menschen an und finden sich auf Wohngrundstücken und landwirtschaftlich genutzten Flächen wieder.
Ratten vermehren sich wie alle Nagetiere in kurzer Zeit. Die Tragezeit umfasst dabei ca. drei Wochen, die Lebenserwartung beträgt ca. zwei Jahre. Die Wanderratte kann bis zu 22 Neugeborene zur Welt bringen, allerdings liegt der Durchschnitt bei etwa 8 bis 9.
Als kleine Akrobaten meistern sie, bedingt durch ihre sehr guten Kletter- und Schwimmfähigkeiten, viele Hürden. Ratten sind Allesfresser und leben in Rudeln von etwa 20 bis 100 Tieren. Neue, unbekannte Nahrungsquellen testen sie zunächst sehr vorsichtig. Droht ihnen keine Gefahr, informieren sie sich gegenseitig über solche Futterstellen. Ihr feiner Geruchssinn hilft ihnen auf der Suche nach Futterquellen. Ratten leben auch in der Kanalisation. Dort finden sie ungestörte Rückzugs- und Nistmöglichkeiten – im öffentlichen wie im privaten Bereich. Sie ernähren sich aber nicht von den Fäkalien im Abwasser, sondern gehen entweder außerhalb der Kanäle auf Futtersuche oder fressen Küchenabfälle, die fälschlicherweise über die Kanalisation "entsorgt" werden.
Gefahr durch Ratten?
Bereits im Mittelalter wurde die Pest durch den Rattenfloh übertragen. Mittlerweile ist die Pest aus dem europäischen Raum verschwunden, dennoch kommen Ratten auf ihren Streifzügen durch die Kanalisation, Komposthaufen, Müllablagerungen etc. ständig mit vielen Krankheitserregern in Kontakt und können diese über ihren Urin beziehungsweise Kot auf Nahrungsmittel, andere Tiere und Menschen übertragen. Beispiele hierfür sind Toxoplasmen (Infektionskrankheiten, Gefahr für Schwangere) oder Salmonellen (Durchfallerkrankungen).
Auch Ratten zählen wie zum Beispiel Hunde und Katze zum Tierreich. Manche Menschen halten sogar Ratten als Haustiere.
Die Ratten sind Teil unserer Umwelt – Dennoch ist es wichtig, ihre Pupulation und somit ihre Verbreitung zu begrenzen und sie am Eindringen in die häusliche Umgebung zu hindern. Jeder kann zur Eindämmung von Ratten beitragen. Hierzu genügt die Beachtung einiger Regeln:
• Küchenabfälle gehören nicht in die Toilette
• Lebensmittel nicht achtlos wegwerfen
• Essensreste nicht über offene Komposthaufen entsorgen
• Nistmöglichkeiten der Ratten reduzieren indem Keller, Schuppen und Höfe entrümpelt werden

Rattenbefall – was tun?
Wird ein Rattenbefall festgestellt, sind die jeweiligen Grundstückseigentümer verpflichtet, Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten. Nach dem Infektionsschutzgesetz kann die zuständige Behörde (Ordnungsamt) Bekämpfungsmaßnahmen anordnen, um Gesundheitsgefahren abzuwenden. Allerdings dürfen nach dem Tierschutzgesetz nur besonders sachkundige Personen mit einer speziellen Ausbildung mit der Rattenbekämpfung in der öffentlichen Kanalisation beauftragt werden.


Hier erhalten Sie Hilfe und weitere Informationen
Ansprechpartner bei allgemeinen Fragen der Seuchenbekämpfung ist das Ordnungsamt der Stadt Dieburg
Telefon: (06071) 2002-123
E-Mail: Ordnungsamt@dieburg.de

Verantwortlich für die Rattenbekämpfung in der städtischen Kanalisation ist der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Dieburg
Telefon: (06071) 2002-219
E-Mail: eigenbetrieb@dieburg.de

Anregungs- und Ereignismelder Ideenplattform

Römerhalle

Logo_Roemerhalle_Startseite
 

Restaurant vorübergehend (ab 1.7.) geschlossen
Zum Seitenanfang