Kanalisation

Ca. 4000 Kubikmeter Abwasser aus Haushalten, Gewerbe und Industrie, sowie das Regenwasser fließen täglich über 76 Kilometer Kanal zur Dieburger Kläranlage. Dort wird das Abwasser in mehreren technisch aufwändigen Stufen zuerst mechanisch, dann biologisch gereinigt. Anschließend leiten wir das gereinigte Wasser in die Gersprenz. Dort durchläuft es dann noch einmal den natürlichen Reinigungsprozess. Die Abfallprodukte, die bei der Reinigung des Abwassers entstehen, werden verwertet oder entsorgt. Im folgenden erklären wir Ihnen die Reinigungsstufen Schritt für Schritt.

Regenentlastungen

In Dieburg werden das Regen- und Schmutzwasser durch ein Mischwasserkanalsystem der Kläranlage zugeführt. Damit die Kläranlage und die Abwasserkanäle bei stärkeren Regenereignisse nicht überlastet werden befinden sich im Kanalnetz Regenentlastungssysteme.
Hier werden die stärkeren Regenereignisse zurückgehalten und nach dem Regenereignis dem Kanalnetz wieder zugegeben.

In Dieburg gibt es 2 Regenrückhaltebecken, 4 Regenüberlaufbecken sowie 9 Notentlastungen

Bereichsweise wird das Niederschlagswasser direkt über Regenwasserkänäle (Trennsystem) der Gersprenz zugeführt (ca. ein Kilometer Länge)

Kläranlage

Wandtafel
Schalttafel mit Anlagenschema, Bild zum Vergrößern bitte anklicken

Rechen, 1. Reinigungsstufe (mechanische Reinigung)

Im ersten Reinigungsschritt durchfließt das Abwasser eine Rechenanlage, die grobe Inhaltsstoffe zurück hält. Die Rechenanlage besteht aus zwei Feinrechen. Bei Bedarf befreien Reinigungsschieber die Rechen automatisch von zurückgehaltenem Rechengut. Das Rechengut
wird anschließend über ein Förderband zur Rechengutwaschpresse gefördert, hier werden die organischen Anteile ausgewaschen und das Rechengut mittels Rechengutpresse entwässert.

Sandfang, 2. Reinigungsstufe (mechanische Reinigung)

Im Sandfang wird die Fließgeschwindigkeit des Abwassers sehr stark reduziert. Dadurch sinken die schweren mineralischen Stoffe wie beispielweise Sand und Steine zu Boden. An einem Räumer befindliche Pumpen saugen die sich abgesetzten Stoffe ab und fördern diese zur Sandwaschanlage, auch hier werden wie bei der Rechengutwaschanlage die organischen Anteile ausgewaschen.

EAB Bild04

Vorklärung, 1. Reinigungstufe (mechanische Reinigung)

Die Fließgeschwindigkeit wird im Vorklärbecken reduziert, dadurch setzen sich die ungelösten Inhaltsstoffe (Papier, Fäkalien usw) die schwerer als Wasser sind am Boden ab. Über einen Räumer und Pumpen gelangt dieser sogenannte Primärschlamm zur Weiterverarbeitung in die Voreindicker und anschließend in den Faulturm.

Belebungsbecken, 2. Reinigungsstufe (biologische Reinigung)

In Dieburg haben wir 2 Kombibecken, aussenliegende Belebungsbecken und innenliegende Nachklärbecken.
In den Belebungsbecken kopiert man den Selbstreinigungsprozess eines natürlichen Gewässers, allerdings in stark verkürzter Form: Bakterien und Mikroorganismen im sogenannten Belebtschlamm bauen im Abwasser enthaltene Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen ab. Da die Mikroorganismen Sauerstoff verbrauchen wird mittels Gebläseaggregate Sauerstoff in die Belebungsbecken geblasen.
In der Belebung findet gleichzeitig durch Zugabe von Fällmittel eine chemische Fällung der Phospate statt.
(weitergehende Abwasserbehandlung chemischer Art, 3. Reinigungsstufe)

EAB Bild02

Nachklärbecken, 2. Reinigungsstufe (biologische Reinigung)

Die Aufgabe der Nachklärbecken ist es, den Belebtschlamm wieder vom Abwasser zu trennen. Der Schlamm sinkt zu Boden und wird zum Teil als sogenannter Rücklaufschlamm wieder dem Belebungsbecken zugeführt. Der Zuwachs an Belebtschlamm – der sogenannte Überschussschlamm – wird nach vorheriger maschinellen Eindickung, genau wie der Primärschlamm aus den Vorklärbecken dem Faulbehälter zugeführt. Nach dem Durchlaufen all dieser Schritte ist das Abwasser gereinigt und fließt direkt in die Gersprenz.

Faulturm

In dem Faulbehälter werden Primär- und Sekundärschlämme bei ca. 36 Grad Celsius etwa 30 Tage behandelt. Bakterien setzen einen Fäulnisprozess in Gang, bei dem neben Klärschlamm auch sehr energiereiches sogenanntes Methangas entsteht.

Stromerzeugung

Mit diesem Klärgas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben. Dieses erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Den Strom speisen wir in unser lokales Stromnetz ein. Die Wärme nutzen wir zum Heizen der anliegenden Gebäude und des Faulbehälters.

Klärschlamm

Für die weitere Klärschlammentsorgung (Transport, Lagerung und Verwertung) ist es erforderlich, den Trockensubstanzgehalt des Klärschlammes auf ca. 30 % anzuheben.
Dies geschieht in der maschinellen Schlammentwässerung durch den Einsatz einer Kammerfilterpresse. Zur besseren Entwässerung des Schlammes wird dabei Kalk und Eisen-III-Chlorid als Konditionierungsmittel zugegeben.

Abwasseruntersuchungen

Im Rahmen der Eigenkontrollverordnung überwachen eigene Mitarbeiter die Abbauleistung der Kläranlage, ebenfalls werden Schlammuntersuchungen durchgeführt. Mittels der Ergebnisse und der analogen Messwerte wird der Abbauprozess der Kläranlage gesteuert.
Von einem zuständigen Abwasserlabor wird die Qualität des Abwassers vom Kanalnetz über die Aufbereitungsprozesse in der Kläranlage bis hin zur Einleitung des sauberen Wassers in die Gersprenz ebenfalls überwacht. Dabei spielt insbesondere die Überwachung des Abwassers der Gewerbebetriebe bei der Einleitung in den Kanal eine wichtige Rolle. So kann der Aufbereitungsprozess optimiert werden. Zu den Aufgaben des Abwasserlabors gehört auch die Überwachung des Klärschlamms gemäß Klärschlammverordnung. Die Laboruntersuchungen werden nach normierten Verfahren durchgeführt. Die Messergebnisse werden gemäß den Rechtsvorgaben dokumentiert.

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